Vorträge halten wie ein Profi

Glückwunsch! Du bist eingeladen, über dein Top-Thema auf einem Kongress zu sprechen – vor 200 Menschen. Allein: Die Veranstalter haben kein Budget, locken mit Kontakte zum Netzwerken. Und nun?  

„Insa, was meinst du, soll ich das machen?“Mit DAS meint Jutta, eine 44-jährige Rechtsanwältin, mit der ich seit ein paar Wochen an ihrer neuen Keynote arbeite – ob sie bei einer Veranstaltung umsonst sprechen solle. Die Anfrage war da, nun galt es, zu reagieren.

Aber wie? 

Als Personal Speaker Trainerin antworte ich auf solche Fragen meist so: „Es kommt darauf an…“ Ein voreiliges „Ja“ oder „Nein“ ist meist nicht angebracht. Im Training steigen wir jetzt tiefer in das Honorar-Thema ein und ich klopfe viele Feinheiten ab.

Was dafür und dagegen spricht – hier ein paar Gedanken in Kürze:

Pro #1: Endlich als Speakerin loslegen

Ich kenne viele Expertinnen, die schon lange davon träumen, über ihr Top-Thema vor Menschen zu sprechen. Allein: Oft bleibt es bei diesem Wunsch. Den logischen nächsten Schritt gehen und einen Vortrag halten, das machen einige dann leider nicht. Kennst du das? (Mehr dazu auch in diesem Blogpost: Impostor-Syndrom – schick deine Zweifel in die Wüste.)

Dann sage „Ja!“, wenn dich jemand fragt, ob du auf einem Event umsonst sprechen könntest. Ok, du verdienst zwar nichts – auf den ersten Blick. ABER, du gewinnst etwas: deinen ersten Auftritt vor Publikum. Und glaube mir, sobald dieser Termin steht, macht sich in deiner Bauchgegend ein wohliges Kribbeln breit. Nennen wir es: Vorfreude.

Pro #2: Sich einen Namen machen

Ob du nun vor 20, 80 oder 300 Menschen sprichst – jeder Vortrag macht dich als Expertin bekannter. Und diese Chance solltest du unbedingt nutzen. Überleg dir, was die eine Sache ist, für die du dir einen Namen machen möchtest.

Woran sollen die Menschen denken, wenn sie deinen Namen hören? Mit welchem Thema oder welcher These möchtest du in Verbindung gebracht werden? Überleg dir das genau, dann ergreif die nächste Möglichkeit, einen Vortrag zu halten.

Du sprichst umsonst? Dann nutze den Auftritt für dein Marketing. #vortrag, #unternehmerin Klick um zu Tweeten

Pro #3: Neue Aufträge oder Kunden gewinnen

Die Veranstalterin hat kein Budget für die Speaker? Dann besprich mit ihr, wie weit du vor, im und nach dem Vortrag Marketing für dich machen darfst. Gibt es zum Beispiel eine Website zum Event, auf der alle Speaker präsentiert werden? Darfst du hier einen Link zu deiner Website setzen? Wie sieht es aus mit dem Thema Selling from the stage?

Sprich:

  • Wie kannst du auf deine Angebote während des Vortrags aufmerksam machen?
  • Welche Möglichkeiten hast du, um dich und deine Expertise nach deinem Aufritt zum Gesprächsthema zu machen?

Überleg dir ein paar Maßnahmen und Aktionen, mit denen du dich wohlfühlst und besprich das offen mit der Veranstalterin.

Prima, dann ist das Thema durch! Ich spreche jetzt IMMER for free?

Stopp! Das solltest du auf keinen Fall machen.

Denn: Wenn du nach drei bis fünf kostenlosen Vorträgen nicht den nächsten Schritt gehst und ein Honorar verlangst, wirst du immer diejenige bleiben, die alles „mal eben“ umsonst macht. Diejenige, die man einen Tag vor einer Konferenz anruft und die selbstverständlich alles stehen und liegen lässt und einen Top-Vortrag vor 1.000 Menschen abliefert.

Mal ehrlich: Fühlt sich DAS gut an?

Spiegelt DAS deine mehrjährige Erfahrung in deinem Job wieder? Sorry, Wertschätzung, dass DU dein Wissen mit der Welt teilst, sieht für mich anders aus.

Kommen wir nun also zu meinen drei Contra-Argumenten:

Contra #1: Let’s get serious!

Meinetwegen kannst du deine ersten drei Vorträge noch umsonst halten. ABER danach ist bitte Schluss damit. Mag sein, dass es dir sehr viel Spaß macht, über dein Thema zu sprechen. ABER diese Freude wird nicht deine laufenden Kosten decken. Also überleg dir deine persönliche Honorar-Strategie: WAS ist dein Vortrag WERT?

Und: WAS bist du dir WERT? Gibt es vielleicht eine finanzielle Schmerzgrenze, unter der du auf keinen Fall über dein Thema sprichst? Ja? Dann schreib sie gleich auf einen Zettel und lege ihn gut sichtbar auf deinen Schreibtisch. Was auch immer dir Veranstalter versprechen, unter DIESEN Betrag gehst du ab heute nicht mehr. Abgemacht?

Was ist dein Vortrag wert? Schon mal über deine finanzielle Schmerzgrenze nachgedacht? Mehr dazu in meinem #Onlinekurs für #Unternehmerinnen. Klick um zu Tweeten

Contra #2: Zeit für deine Kunden

In meinen 1:1 Online-Trainings höre ich oft dieses Argument, kostenlos zu sprechen: „Insa, wer weiß, welche Möglichkeiten sich für mich danach ergeben…“

STIMMT! Wer weiß das schon?

WENN es nach deinem Gratis-Auftritt bezahlte Folgeaufträge geben soll, dann sicher dir das bitte VORHER schriftlich ab. Nur fest daran zu glauben, bringt dich nicht weiter. Vergiss nicht: Auch wenn du nur für einen knackigen Impulsvortrag von 10 Minuten angefragt wirst – wie lange und intensiv bereitest du diesen Vortrag vor? Eine Stunde? Einen halben Tag? Mehrere Tage?

Was könntest du in dieser Zeit für deine Kunden tun? Also für Menschen, die deine Arbeit heute schon schätzen und selbstverständlich für deine Beratung, Erfahrung oder deine Gutachten und Tipps zahlen?

Contra #3: Zeit für dich!

Zum Schluss mein wichtigster Grund, der GEGEN kostenlose Auftritte spricht: Mit der Zeit fühlt sich das einfach nicht mehr gut an. Mag sein, dass du im ersten Augenblick geschmeichelt bist. Und denkst: „Hey, da möchte jemand, das ICH vor seinen Gästen spreche! Wie cool ist das denn!“ Aber meinst du denn auch, dass du bei diesem kostenlosen Speaker-Gig nur 20 Prozent geben kannst?

Pustekuchen!

Dein Publikum weiß ja nicht, dass du NICHTS für deinen Vortrag bekommst. Das interessiert die Zuhörer auch nicht. Die wollen 1A-Infos von dir aus erster Hand haben. Die wollen etwas erleben, erfahren oder lernen. Die nehmen sich NICHT die Zeit, um sich Belanglosigkeit anzuhören. Die wollen, dass in deiner Keynote etwas für sie DRIN ist! Und wenn du das machst und dann auch das passende Honorar für DICH drin ist – DAS fühlt sich super an. Oder?

Mein Fazit: Alles zu seiner Zeit – aber mit einem guten Plan

Du siehst, es gibt Gründe, die für einen Gratis-Auftritt sprechen und Gründe, die dagegen sprechen. Welchen Weg DU als Expertin einschlägst, must du entscheiden. Ich möchte dich auf jeden Fall ermutigen, über das Thema nachzudenken und dir deine individuelle Honorar-Strategie zu überlegen.

Denn: DU bist die Expertin. DEINETWEGEN kommen die Menschen zur Veranstaltung. Also schau mal, wie du beginnst, dein kostbares Expertenwissen auch finanziell für dich zu nutzen.

Onlinekurs: Speaker-Pitch für Unternehmerinnen 

Du möchtest tiefer in das Thema einsteigen? Du möchtest in einer Gruppe von Expertinnen auf Augenhöhe darüber diskutieren? Neugierig, wie dein individueller Honorar-Plan aussehen kann?

Dann sei bei meinem Onlinekurs Speaker-Pitch für Unternehmerinnen dabei. In diesem erhältst du vier Wochen lang Impulse und kleine effektive Übungen und kannst dich mit anderen über das Honorar-Thema austauschen.

Bis zum 14. Juli lade ich DICH ein, bei meinem Sommer-Onlinekurs GRATIS dabei zu sein. Sicher dir jetzt deinen Platz.

Ich freue mich auf dich!